LAOS REISEZIELE

Vang Vieng – Laos traumhafte Berglandschaft

Vang Vieng Reiseblog

Reisebericht Vang Vieng

Skeptisch blicken wir unserem Aufenthalt in Vang Vieng entgegen, denn die Geschichten um die Partyhochburg rissen während unserer Reise durch Laos nicht ab. Die Stadt in Zentrallaos hat durch die Saufeskapaden seiner jungen Besucher zweifelhaften Ruhm erlangt. Aber wie so oft, kommt bei unserer Ankunft in Vang Vieng alles anders. Wie die Stadt sich uns präsentiert hat und was das Umland alles zu bieten hat erfährst du in unserem Reisebericht Vang Vieng.

Vang Vieng ist mit 25.000 Einwohnern ein relativ kleines Städtchen, das sich allerdings einen Namen als Partyhotspot für Backpacker machte. Dementsprechend touristisch präsentiert sich die Innenstadt auch. Besonders das Tubing (den Fluss in einem Traktorreifen hinunter treiben) auf dem Nam Xong Fluss erfreute sich großer Beliebtheit. Nachdem im Jahr 2011 über 20 vornehmlich junge Touristen unter Alkohol- und Drogeneinfluss auf und um den Fluss ums Leben kamen, wurde versucht den Partytourismus in Richtung Ökotourismus zu lenken.

Inzwischen zeigt dieser Wandel auch erste Früchte. Zwar ist das Tubing immer noch eine der beliebtesten Aktivitäten in Vang Vieng, allerdings wird es bei Weitem nicht mehr so exzessiv betrieben und die meisten Bars entlang des Flusses mussten schließen.

Dennoch finden sich in der Stadt und am Flussufer noch ausreichend Bars und Restaurants, um jeder Art von Feierlichkeit gerecht zu werden. Aber dazu später mehr…

Anreise

Nach unserem Kurzaufenthalt in Vientiane, der Hauptstadt Laos, bringt uns der Bus nach Vang Vieng. Unser eigentlicher Plan von Thakkek direkt nach Vang Vieng zu fahren scheiterte leider am semioptimalen Verkehrssystem in Laos. Kommt man aus dem Süden in Vientiane an und möchte in den Norden weiterreisen, müsste man vom Busterminal Süd zum Busterminal Nord fahren. Das Problem dabei ist, dass man die komplette Innenstadt durchqueren muss und ca. 1,5 Stunden dafür braucht. Die Konsequenz war, dass wir eine Nacht in Vientiane verbracht haben.

Am Morgen nehmen wir den Bus nach Vang Vieng für ca. 5 Euro pro Person. Lediglich drei Stunden dauert die Fahrt von der Hauptstadt nach Vang Vieng. Der Bus dropped uns relativ zentral in der Stadt, sodass wir entscheiden zu Fuß auf Unterkunftssuche zu gehen.

Unterkunft

Maylin Guest House

Das Maylin Guest House liegt am ruhigen Flussufer gegenüber des Stadtzentrum. Dennoch sind es über die Fußgängerbrücke nur einige Minuten zu Fuß bis in die Stadtmitte. Die Gartenanlage rund um das Maylin Guest House ist wunderschön und das Restaurant bietet ein klasse Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Auswahl der Zimmer reicht von sehr einfachen Bungalows für 8 Euro die Nacht bis zu sehr schönen Doppelzimmern für 11 Euro die Nacht. Es sollte also für jeden etwas dabei sein.

Der besondere Vorteil des Maylin Guest House ist die ruhige Lage direkt an der schmalen Straße, die im Prinzip Ausgangspunkt zu fast allen Touren ins Umland ist. Das heißt man steigt auf das Fahrrad und binnen einer Minute kann man die pure Natur und die wunderbaren Karstberge genießen.

Aktivitäten

Es git tonnenweise Aktivitäten in und um Vang Vieng. Wir haben uns allerdings auf eine ausgiebige Radtour beschränkt. Neben Radtouren kann man in Vang Vieng Heißluftballonfahrten (90 Euro p.P.) machen, Tuben gehen oder sich einer der vielen Trekkingtouren anschließen.

Fahhrad Tour ins Umland

Am Besten erkundet man das Umland mit dem Fahhrad oder dem Roller. Wenn ihr vorhabt die vielen Höhlen zu besichtigen, achtet darauf festet Schuhwerk mitzunehmen, das bei Bedarf auf nass oder / und dreckig werden darf. Wir schnappen uns ein Fahhrad für 3 Euro am Tag und radeln nach dem Frühstück los.

Die Strecke führt gen Westen entlang der steilen Karstberge, zu deren Füßen die Bauern ihre Felder bewirten. Da das Umland sehr landwirtschaftlich geprägt ist, begegnet man hier auch jeder Menge Kühe, Schweine und vielen anderen Vierbeinern. Jedenfalls ist es traumhaft gemütlich entlang dieser beeidruckenden Landschaft zu cruisen.

Khan Kham Höhle

Erster Stop unserer Radtour ist die Khan Kham Höhle. Unser Fahhrad lassen wir am “Eingang” stehen. Dann waten wir knapp einen Kilometer durch und am Fluss entlang, ehe wir den schmalen Eingang zur Höhle erreichen. Bereits nach einigen Metern müssen wir feststellen, dass Hannah eindeutig das falsche Schuhwerk gewählt hat, denn mit ihren Flip Flops, stolpert sie wie ein frischgeborenes Fohlen durch die dunkle Höhle.

Da unser Motto zwar nicht “Safety First” aber zumindest “Fordere es nicht heraus” ist, treten wir zerknirscht den Rückmarsch zu unseren Rädern an. Hoffentlich wird der nächste Stopp vielversprechender.

Pha Nguen View Point

Wenige Pedalumdrehungen weiter erreichen wir den Pha Nguen View Point, der uns bisher nichts sagt. Dennoch beschließen wir ihn zu erklimmen. Wenn wir schon nicht ins Berginnere vordringen, dann bezwingen wir ihn wenigstens von außen. Erneut müssen wir einen kleinen Wegzoll am Parkplatz entrichten.

Gespannt starten wir den Aufstieg, der unten mit 40 Minuten ausgewiesen wird. Tatsächlich erreichen wir den Gipfel nach einem wirklich anstrengenden Aufstieg in angegebener Zeit. Wäre unser Motto “Safety First” hätte Hannah diesen Aufstieg wohl ebenfalls nicht mit ihren Flip Flops wagen sollen, aber mit dem Motto “Fordere es nicht heraus” geht es gerade noch klar. Warum Hannah an diesem Tag Flip Flops als Schuhwerk wählt, in dem Wissen, dass wir wohl das ein oder andere unwegsame Wegstück bezwingen müssen? Fragen, die meine zerebrale Denkfähigkeit übersteigen.

Zurück zum View Point. Der Pha Nguen View Point ist ein absolutes Highlight. Man kommt sich vor wie der König der Welt, wahlweise die Königin, wenn man erstmal oben auf der kleinen Plattform steht. Zu unseren Füßen erstreckt sich die endlose Weite aus Karstbergen, grünen Feldern und sanften Hügeln des laotischen Landes. Der indigoblaue Himmel ist gesprenkelt von weißen Wolken und komplettiert unser Glücksgefühl. So darfs weitergehen.

Tam Phu Kam Lagoon

Wieder biken wir nur eine halbe Stunde bis wir die Tam Phu Kam Lagune mit zugehöriger Höhle erreichen. Ich bin gnadenlos geschockt, während Hannah wohl nichts anderes erwartet hat. Jedenfalls habe ich mir eine natürliche blaue Lagune ausgemalt, in der man abgeschieden von der Zivilisation planscht und sich, ob der wunderbaren Natur, zurücklehnt. Aber Pustekuchen, die Tam Phu Kam ist nichts anderes als ein überfülltes Erlebnisbad, das hauptsächlich chinesischen Touristen in Schwimmflügeln äußerst großen Spaß bereitet.

Zugegen, wäre man hier alleine, hätte es durchaus seinen Reiz, einmal ins kühle Nass zu springen. Leider lassen sich die beflügelten Touristenmassen aber nicht einfach ignorieren, sodass wir ohne Abkühlung wieder aufs Rad steigen und uns auf den Rückweg machen.

Zwar waren nicht alle Stops auf unserer Radtour ein Hit, allerdings ist es trotzdem schön das Umland mit dem Fahhrad zu erkunden. Beim nächsten Mal würde ich eventuell den Roller als Fortbewegungsmittel wählen, da man einfach noch mehr Sehenswürdigkeiten abfahren kann. Wie ihr es auch macht, Spaß macht es definitiv!

 

Restaurants

Maylin Guest House

Oben habe ich es schon kurz angesprochen, das Maylin Guest House bietet nicht nur tolle Unterkünfte sondern auch ein klasse Restaurant, das sich vornehmlich auf die laotische oder asiatische Küche konzentriert. Die Preise schonen den Geldbeutel und die Stimmung ist familiär. Ist man im Stadtzentrum untergebracht, findet man aber eventuell auch in seiner Umgebung ein ähnlich günstig-gutes Restaurant.

Phoubarn Bar

Direkt am Fluß liegt das Phoubane Cafe und  Bar. Die liebevoll eingerichtete Bar ist der perfekte Platz für einen Sundowner. Als wir dort sind ist zwar nicht sonderlich viel los, aber das hat die Bar eigentlich gar nicht verdient. Das Ambiente, die Lage und die Preise könnten kaum besser sein.

Weiterreise

Als nächsten Stop haben wir Luang Prabang auserkoren. Der Minivan von Vang Vieng nach Luang Prabang kostet 6 Euro pro Person, braucht sechs Stunden von A nach B und fährt entlang wunderbarer Berglandschaften. Im Vorfeld hat man uns erzählt, dass unterwegs schon die ein oder andere Kotztüte gefüllt wurde, wir haben allerdings keine Probleme.

Fazit

Wir können konstatieren zwei wunderbare Tage in Vang Vieng genossen zu haben. Party kann man haben wenn man möchte, es ist allerdings genauso einfach dieser aus dem Weg zu gehen. Im Prinzip die opimale Ausgangslage. Leider hat die Stadt selbst kaum Sehenswürdigkeiten, während das Umland dafür nur so damit klotzt. Aufgrund unserer knapp bemessenen Zeit haben wir nicht sonderlich viel unternommen und verlassen Vang Vieng mit dem Gefühl einiges ausgelassen zu haben. Aber wer weiß, vielleicht kommen wir einmal wieder.

Laos wird so langsam zu einem unserer Favoriten in Südostasien. Wir sind gespannt was als nächstes auf uns wartet.

Warst du auch schon in Vang Vieng? Wie war dein Eindruck der Stadt? Gerne darfst du deine Gedanken zu unserem Reisebericht Vang Vieng in den Kommentaren verewigen! Merci und bis bald :)

 

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Reisebericht Vang Vieng

Fakten

  • Anreise: Bus Vientiane – Vang Vieng, 5 Euro p.P, 3 Stunden, buchbar über alle Travel Agencys
  • Unterkunft: Maylin Guesthouse, ca. 10 Euro pro Nacht, ruhig gelegen, gutes Restaurant
  • Aufenthaltsdauer: 2 bis 4 Tage
  • Beste Reisezeit: November bis März
  • Must Do: Pha Nguen View Point, 5km von Vang Vieng, 40min Aufstieg
  • Weiterreise: Minibus Vang Vieng – Luang Prabang, 6 Euro p.P., 6 Stunden, Tickets überall in Vang Vieng

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