REISEZIELE SINGAPUR

Singapur – Metropole unter strengem Regiment

Reisebericht Singapur

Reisebericht Singapur

Wow, was für eine Stadt! Singapur ist das kleinste, aber zeitgleich, das am höchsten entwickelte Land Südostasiens und das zeigt die Löwenstadt auch. Futuristisch, modern und extrem rausgeputzt präsentiert sich der Stadtstaat südlich von Malaysia. Jedem Architekturfan geht hier das Herz auf und auch kulinarisch ist die Stadt vielfältig, wie kaum eine andere. Das klingt nach der absoluten Traumstadt? Richtig, aber nicht alles was glänzt ist Gold. Einige Kleinigkeiten stören uns dann doch, am ach so perfekten Singapur. Aber lest und seht selbst in unserem Reisebericht Singapur …

Anreise

Vom einen Tourihotspot Patong in Thailand, geht’s zum Nächsten. Aber unterschiedlicher könnten die beiden Destinationen nicht sein. Auf der einen Seite die Partyhochburg auf der Phuketinsel und auf der anderen die glanzvolle Weltstadt Singapur.

Mit dem Flieger gehts von Phuket in die Löwenstadt. Man ist gerade mal eine gute Stunde in der Luft, ehe das Flugzeug schon wieder zur Landung ansetzt. Ist man erstmal angekommen, merkt man sofort, dass man in einem der reichsten Länder der Erde gelandet ist.

Allein der Flughafen ist spektakulär, größer als manche Stadt und ein Dreh- und Angelpunkt für Reisende aus aller Welt. Obwohl hier die verschiedensten Kulturen aufeinander treffen, herrscht eine angenehme Ordnung und alles ist perfekt organisiert. Ein kleiner, aber doch bedeutender Unterschied zum sympathischen, organisierten Chaos in Thailand und Indonesien.

Intuitiv wird man zum Shuttle geleitet, das man über eine digitale Konsole bucht. Für 6 Euro pro Person fährt einen dieses Shuttle direkt zur Unterkunft oder in die Straße, die man über die Konsole eingibt. Das ist so einfach und bequem, wir sind bereits jetzt begeistert!

Über perfekte Straßen, entlang moderner Apartmentkomplexe fahren wir in Richtung Innenstadt. Bis zu unserer Unterkunft, nahe Chinatown, ist es in etwa eine Stunde Fahrtzeit, die allerdings wie im Flug vorbeizieht, da man ständig was zu gucken hat. Ich frage mich, wie individuell man sein Leben wohl in diesen Komplexen gestaltet kann? Ob man nicht vielleicht einen Garten vermisst? Irgendwie fühle ich mich an Plattenbauten erinnert, die wohl weniger komfortabel eingerichtet sind, aber dennoch das gleiche Prinzip erfüllen. Wir sind hin und hergerissen.

 

Unterkunft

Nach langer Zeit geht es für uns mal wieder in ein Hostel. Warum? Weil die Preise in Singapur schlicht nicht mit den Preisen im Rest Asiens vergleichbar sind. Konnten wir in Südostasien bisher immer ein Doppelzimmer unser eigen nennen, geht es dieses Mal in ein 8er Dorm im Happy Snail Hostel. Die Unterkunft liegt im Herzen Singapurs, nahe Chinatown. Ausschlaggebender Punkt für unsere Buchung war, dass es den ganzen Tag Toast mit Peanut Butter und Nutella für lau gibt. Bestes Hostel ever :D.

Natürlich spielte auch die zentrale Lage und das angenehme Ambiente eine Rolle. Das Hostel ist klein, bietet Platz für rund 20 Reisende und wartet mit dem Nötigsten auf. Schließfächer sind in den Dorms vorhanden, sodass man seine Habseligkeiten recht sorglos zurück lassen kann. Würden Diebe auf frischer Tat ertappt, würde ihnen vermutlich sowieso die Todesstrafe bevorstehen. Das Gesetz in Singapur ist hart und nicht immer leicht nachvollziehbar.

Damit kommen wir auch schon zu einem Punkt, der den Stadtstaat in ein etwas anderes Licht rückt – die übertrieben strenge Gesetzgebung in Singapur.

 

Gesetze

Um euch einen kleinen Einblick in die fragwürdige Gesetzgebung Singapurs zu geben, folgen nun ein paar Beispiele…

  • Essen, Trinken oder Rauchen an öffentlichen Plätzen verboten. Strafe von 500 bis 5000 S$.
  • Vandalismus wird häufig mit Auspeitschen bestraft (also nicht übertreiben, es sei denn ihr habt einen SM Fetisch)
  • Müll auf die Straße werfen kann ebenfalls zwischen 500 und 5000 S$ kosten. Puh!
  • Auf die Straße spucken kann zu ähnlichen Strafen führen.
  • In Singapur wird der Handel, die Herstellung, Einfuhr oder Ausfuhr und der Besitz ab gewissen Mengen von Drogen mit der Todesstrafe bestraft.
  • Verkauf von Kaugummis ist gesetzlich verboten und kann mit einer Freiheitsstrafe belegt werden.
  • Kaugummi kauen ist erlaubt aber nur mit ärtzlichem Attest.
  • Homosexualität ist gesetzlich verboten. Nicht gerade modern.

Das sind nur einige wenige Beispiele, der teilweise verrückten Gesetzgebung in Singapur. Das schränkt das Freiheitsgefühl ziemlich ein. Will man zum Beispiel ein Feierabendbier am herrlichen Quay vor dem Marina Bay Sands trinken, kann das durchaus zu einer empfindlichen Strafe führen. Und so zieht sich das durch. Verbotsschilder überall, wir fühlen uns ein wenig eingeengt.

Wir fragen uns was wohl passiert, wenn man hier doch mal einen über den Durst trinkt und versehentlich die Straße abseits eines Zebrastreifens überquert, dabei seine Kippe wegschnippt, den letzten Schluck aus seinem Dosenbier trinkt und dabei ungeschickt auf die Straße sabbert? Könnte ein unangenehmer Kater werden.

 

Highlights

Aber genug von den Gesetzen in Singapur. Wie ihr seht sind wir einer Gefängnisstrafe entgangen und nach wie vor wohl auf. Wenn man nicht über die Stränge schlägt, hat man keine Probleme.

Viel mehr sind wir schwer beeindruckt von der Vielfalt Singapurs. Kulturell, kulinarisch und architektonisch sucht Singapur seines Gleichen. Riesige Parks durchziehen das Stadtgebiet, kunstvoll restaurierte Kolonialbauten sorgen für einen angenehmen Kontrast zur sterilen Wolkenkratzer Kulisse. Welche Bezirke und Sehenswürdigkeiten in Singapur wir besonders empfehlen können, haben wir euch hier zusammen geschrieben.

Auf mehrfache Nachfrage gibts auch wieder ein Video, in dem ihr unter anderem mich, a.k.a. Prinz Eisenherz, mit langem wehenden Haar sehen könnt und natürlich auch überaus beeindruckende Bilder aus Singapur.

Singapur Chinatown

Chinatown in Singapur ist ein wunderbar wuseliger Ort. Mit Lampions geschmückte Straßen, weisen den Weg durch die bunten Gassen. Zwar mutet Chinatown etwas touristisch an, wir sind seinem Charme dennoch erlegen. Quietschbunte Verkaufsstände zieren die Gassen, durch welche sich eine nicht minder bunte Menschenmasse drängt. Auch die Fassaden der angrenzenden Kolonialhäuser sind farbenfroh gestaltet, sodass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll.

Folgt man meiner Beschreibung, könnte man vermuten, dass Chinatown ein wirklich stressiger Ort ist. Das können wir aber nicht bestätigen. Wie überall in Singapur herrscht auch hier eine angenehme Ordnung. Das Warenangebot der Händler ist gigantisch, besteht aber hauptsächlich aus Kitsch und Dekoartikeln.

Auch wenn man mit knurrendem Magen hier ankommt ist das kein Problem, denn die vielen Restaurants und Straßenküchen haben durchgehend etwas auf der Pfanne. Überall umweht einen der leckere Duft, der zahllosen Speisen. Und da in Singapur nahezu jeder Englisch spricht, kann man sich sogar erkundigen, aus was die fremden Köstlichkeiten denn tatsächlich bestehen. Auch mal ganz angenehm.

Ein Spaziergang durch die schicke Keong Saik Road, die gleich nebenan liegt, können wir zudem empfehlen.

Chinatown Singapur

Chinatown Singapur

 

Keong Saik Road Singapur

Keong Saik Road Singapur

 

Kontrast Chinatown und Downtown

Kontrast Chinatown und Downtown

 

Gardens by the Bay

Die Gardens by the Bay zählen wohl zu den bekanntesten Touristenattraktionen Singapurs. Und das völlig zurecht. Hier werden feuchte Hobbygärtner Träume, aber auch die des Landschaftsgestalters, wahr. Mehrmals fragen wir uns, wie viele Gärtner hier wohl beschäftigt sind, um die weitreichenden Grünanlagen zu pflegen? Normalerweise sind wir ja schwer für Gärten zu begeistern, aber hier nehmen selbst wir unseren Hut und sagen Chapeau.

Die Parkanlage bietet neben vielen kleinen, drei große Hauptattraktionen. Den Cloud Forrest, den Flower Dome und natürlich die Supertree Grove. Der Cloud Forrest und der Flower Dome sind sozusagen Gewächshäuser der absoluten Superlative. Innerhalb der spektakulären Glaskuppeln findet man jede Menge exotische Pflanzen und beeindruckende Installationen, wie zum Beipspiel einen 30 Meter hohen Wasserfall. Der höchste Indoorwasserfall der Welt, wer hätte es gedacht? Es macht wirklich Spaß durch die liebevoll angelegten Pflanzenwelten zu schlendern, zumal in den Domes angenehme Temperaturen um die 25 Grad herrschen.

Cloud Forest Singapur

Höchster Indoor Wasserfall der Welt im Cloud Forest

 

Flower Dome Gardens by the Bay

Gardens by the bay – Der Flowerdome

 

Die Supertrees sind inzwischen ein weltbekanntes Wahrzeichen Singapurs. Abermals müssen wir zugeben, zurecht! Die futuristisch anmutenden Riesenbäume prägen die gesamte Anlange der Gardens by the Bay. Diese Giganten messen zwischen 25 und 50 Metern und werden von zahllosen, mir als Pflanzennoob, unbekannten Pflanzen bewachsen. Macht aber nichts, denn das Gesamtbild ist einfach spektakulär. Möchte man sich die Supertree Überdosis geben, kann man für kleines Geld auch noch einen Skyway durch die Super Tree Grove wandern.

Gardens by the bay - Supertree Grove

Schon beeindruckend oder? Die Supertree Grove!

 

Gardens by the bay - Supertree Grove

Kleine Hannah, großer Baum

 

Zum Abschluss eines anstrengenden Sightseeing Tages in Singapur sollte man sich die Lichtershow in der Supertree Grove nicht entgehen lassen. Um 19:45 und 20:45 Uhr kann man für umme die sogenannte Garden Rhapsody besuchen. Am Besten man legt sich dabei einfach unter einen der vielen Supertrees und genießt das zur Musik synchronisierte Lichterspiel. So etwas habe ich bisher höchstens auf der Lichterserenade in Ulm gesehen :). Nein ernsthaft, es ist wirklich wundervoll, hypnotisch und entspannend.

Lichtershow Gardens by the Bay

Lightshow im Gardens by the Bay

 

Lightshow Singapur

Gardens by the Bay Rhapsody

 

Lightshow Supertree Grove

Was für ein Schauspiel – die Gardens Rhapsody

 

Von überall in den Gardens by the Bay hat man übrigens auch einen tollen Blick auf das Marina Bay Sands Hotel. Die logische Konsequenz daraus ist, dass man auch einen wunderbaren Blick vom Marina Bay Sands auf das komplette Gartenparadies hat. Laut einer Freundin kann man immer mittwochs umsonst auf das Kulthotel fahren (Danke Lisa für den Tipp). Wir haben es uns einfacher gemacht und sind mit Gästen des Hotels in den Aufzug gestiegen, um auf die Dachterasse zu gelangen. Der Ausblick vom Dach des Marina Bay Sands ist wirklich atemberaubend. Das Panorama reicht über die weitläufigen Gardens by the Bay bis weit hinaus auf den Ozean, wo riesige Frachtschiffe auf die Einfahrt in den Hafen von Singapur warten. Das sollte man wirklich nicht verpassen.

View from Marina Bay Sands

Ausblick vom Marina Bay Sands

 

Blick über die Gardens by the bay

Und weils so schön war, nochmal: Der Blick vom Marina Bay Hotel

 

Marina Bay Reservoir

Auf der anderen Seite des Marina Bay Sands Hotel befindet sich das Marina Bay Reservoir, das ebenfalls zu einem entspannten Spaziergang einlädt. Umrundet man das große Wasserareal bekommt man immer wieder fantastische Fotomotive vor die Linse. Außerdem findet man hier einige Bars und Restaurants, die aber etwas zu teuer für unseren Backpacker Geldbeutel sind.

Marina Bay Reservoir

Das Marina Bay Reservoir vor dem Marina Bay Sands

 

Marina Bay Reservoir Singapur

Das ArtScience Museum in Singapur – ist das gut? Von außen auf jeden Fall 🙂

 

Dream Schriftzug Singapur

Dream – aber nicht nur träumen, sondern auch machen!

 

Clarke Quay und Singapore River

Da so eine Wanderung durch die Stadt natürlich an den Kräften zehrt, findet man hier den richtigen Platz für ein Bierchen, um den Akku wieder aufzuladen. Vom Marina Bay Reservoir entlang des Singapore Rivers reihen sich etliche Bars und Restaurants mit guten Happy Hour Angeboten. Die Uferpromenade ist wirklich schön gestaltet, sodass man einfach gemütlich entlang des Flusses schlendert. Auch abends kommt man hier sicherlich auf seine Kosten.

Downtown Singapur

Auf dem Fußmarsch von Chinatown in Richtung Gardens by the Bay durchquert man automatisch auch den Business District Singapurs. Der Weg durch die Häuserschluchten ist schattig, aber nicht übermäßig spektakulär. Hier ist es ähnlich steril wie in einem Krankenhaus und man könnte wohl vom polierten Boden essen, wenn es denn erlaubt wäre. Downtown Singapur nimmt man also im Vorbeigehen mit und belässt es dabei. So halten wir das zumindest :).

Skyline Singapur

Verwischte Hannah vor dem Stadtzentrum Singapurs

 

Skyline Singapur

Business District Singapur

 

Verpflegung

Singapur ist ein Schmelztiegel der Kulturen, dementsprechend vielfältig ist das Essensangebot. Spezialitäten aus allen Teilen Asiens warten nur darauf probiert zu werden. Wer Lust auf Western Food hat wird aber definitiv auch fündig. Essen ist in Singapur ausnahmsweise mal nicht ganz so teuer. Für ein Hauptgericht wird man 3-6€ los.

Maxwell Road Hawker Center

Die Foodcourts in Singapur sind legendär und man möchte am liebsten von allem kosten. Hier speisen die Einheimischen, das Essen ist authentisch und wird zu absolut fairen Preisen verkauft. Die Foodcourts, bzw. Hawker Markets sind Hallen, in denen sich etliche Essensstände aneinander reihen. Vor den Ständen findet man Sitzgelegenheiten, an denen die Einheimischen angeregt den Klatsch und Tratsch aus der Nachbarschaft austauschen.

Was man hier unbedingt probieren sollte ist das Laksa und einen leckeren hausgemachten Lemon Ice Tea. Lecker Lecker!

Maxwell Foodcourt Singapur

Links das Laksa! Aber vorsicht – spicy 🙂

 

Ox Well & Co

Wenn man abends die Lust auf einen leckeren Gin Tonic verspürt, findet man im Ox & Co die perfekte Location dafür. Ganz in der Nähe Chinatowns lädt diese stylische Bar/Restaurant zu einem oder mehreren Drinks ein. Egal ob direkt an der Straße oder auf der Dachterasse. Das Ambiente ist einfach cool. Und mal ehrlich, es geht einfach nichts über einen Hendricks Gin mit Tonic und Gurke. Geil!

Hippe Bar in Singapur

Lässiges Interieur oder? Die Ox & Co Bar

 

Ox & Co Singapur

Lässige Sprüche haben Sie auch drauf…

 

Rooftopbar Singapur

Und die Dachterasse überzeugt auch

 

Fazit

Singapur hat uns wirklich vom Hocker gehauen. Diese Stadtgestaltung ist einfach wahnsinnig beeindruckend. Die Kombination von Natur, Architektur und gekonnter Stadtplanung sind einzigartig.

Dennoch fühlt man sich aufgrund der strengen Rechtslage immer etwas beobachet. Ich kann nicht sagen, in welchem Ausmaß, das im Alltag beeinflusst, aber wenn für jede Kleinigkeit drakonische Strafen drohen, hat das schon einen komischen Touch.

Einerseits finden wir es schön, dass die Stadt so sauber und geordnet ist, andererseits geben gewisse Gebrauchsspuren und Abnutzungserscheinungen einer Stadt erst ihren individuellen Charme und Charakter. Wir mögen es, wenn Fassaden Patina haben, eine Geschichte erzählen, man sieht, dass dort gelebt wird.

Trotzdem fällen wir ein positives Fazit, da man einfach überwältigt ist von der architektonischen und kulturellen Vielfalt. Als Touristen kommen wir gerne wieder, dauerhaft würden wir aber andere Städte vorziehen.

 

Weiterreise

Von Singapur geht es nun weiter nach Kuala Lumpur. Hier erwartet uns wieder das übliche Chaos südostasischer Großstädte. Wir freuen uns darauf. Zudem werden wir von Kuala Lumpur unsere Tour durch Malaysia starten. Wir hoffen unser Reisebericht Singapur hat euch gefallen und ihr schaut bald wieder vorbei – Stay tuned 😉 Reisebericht Singapur

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