Arbeitsamt - Das ewige Hin und Her

Weltreise, Arbeitsamt


Arbeitsamt - Das ewige Hin und Her

 

Das liebe böse Arbeitsamt. Auch wieder so ein Thema für sich, aber wichtig für all diejenigen, die weder ein Sabbatical noch eine Freistellung von der Arbeit bekommen haben. Nach diesen zwei Optionen bleibt meistens nur noch eine, nämlich das Arbeitsverhältnis zu beenden, sprich zu kündigen. So auch bei Björn und mir.

Und genau dann kommt das Arbeitsamt ins Spiel. Der ein oder andere wird sich nun fragen "Wieso das denn? Bei einer Weltreise steht man dem deutschen Arbeitsmarkt doch gar nicht zur Verfügung und hat dadurch auch gar kein Recht auf Arbeitslosengeld!". Völlig korrekt, während einem Auslandsaufenthalt hat man keinen Anspruch auf die Leistungen des Arbeitsamtes. Wichtig ist das ganze für die Zeit nach der Reise.

Prinzipiell hat man 12 Monate nach Kündigung des Arbeitsverhältnis Zeit sich Arbeitslos zu melden und dadurch Anspruch auf Arbeitslosengeld. Möchte man also nur 6 Monate verreisen, ist es nicht zwingend notwendig sich davor Arbeitslos zu melden. Möchte man jedoch länger als 12 Monate reisen und den Anspruch danach gelten machen, muss man sich für mind. 1 Tag arbeitslos gemeldet haben und das vor der Reise. Durch diese Arbeitslosenmeldung verlängert sich der Anspruch um 4 Jahre.

Für Björn und mich ist unklar, wie lang unsere Reise geht, also war der Weg zum Arbeitsamt unumgänglich. Wir zeigen euch nun Step-by-Step, wie wir vorgegangen sind:

Letzter Arbeitstag: 31.12.2016
Weltreisebeginn: 03.01.2017
  1. Ende September: Die Kündigung - Der "angenehme" Teil zuerst ››Ich bin dann mal Weg!‹‹  
  2. Anschließend: Arbeitssuchend melden - Haben wir online gemacht, zunächst muss man sich registrieren, bekommt dann per Post einen PIN zugeschickt und anschließend meldet man sich arbeitssuchend. 
  3. Anfang November: Arbeitslos melden - Frühestens 3 Monate vor, - spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit muss man persönlich zum Arbeitsamt und sich Arbeitslos melden. Den Antrag zum Arbeitslosengeld haben wir davor schon online ausgefüllt und abgeschickt. Das einzige was dann noch gefordert wurde war eine Arbeitsbescheinigung deine(s/r) letzten Arbeitgeber. Diese wird, wie der Name schon sagt, von deinem Arbeitsgeber ausgefüllt und entweder direkt an das Arbeitsamt übermittelt oder an dich. Sobald das Arbeitsamt diesen Wisch hat, können sie dein Arbeitslosengeld berechnen und du solltest wenn alles gut läuft einen Bewilligungsbescheid bekommen.
  4. 01.01-2017-03.01.2017: Arbeitslos - In dieser Zeit waren wir also in den Augen des Arbeitsamtes Arbeitslos.
  5. 02.01.2017: Abmelden vom Arbeitsamt - Diesen Schritt kannst du prinzipiell immer durchführen, aber spätestens einen Tag bevor du das Land verlässt solltest du dich beim Arbeitsamt als nicht verfügbar für den Arbeitsmarkt melden.
So viel zur Theorie, in der Praxis war das ein ganz schönes Hin und Her und weder Björn noch ich haben bis jetzt einen Bewilligungsbescheid erhalten. Wir halten euch aber auf dem Laufenden.

*Update (17/02/2016):Natürlich haben wir nochmal nachgehakt, auf unsere erste Mail wurde nicht geantwortet, daher haben wir einfach kurz bei der Hotline angerufen. Die nette Dame hat uns dann bestätigt, dass wir nun 4 Jahre Zeit haben unseren Anspruch geltend zu machen, in unserem Fall heißt das, dass wir uns spätestens am 31.12.2020 arbeitslos melden sollten. Wir sind wirklich sehr erleichtert, auch wenn wir nicht wissen wie lange wir wirklich reisen und ob es überhaupt mehr als 12 Monate werden, ist es beruhigend zu wissen, dass man alle Zeit der Welt hat (im wahrsten Sinne des Wortes).

Wenns Hart auf Hart kommt müssten wir uns bevor die 12 Monate ablaufen in Deutschland arbeitslos melden und dadurch natürlich auch verfügbar für den Arbeitsmarkt sein. Im Normalfall kann man sich vor der Rückkehr bereits beim Arbeitsamt melden und bekommt Stellenvorschläge bzw. bewirbt sich selbstständig bei potenziellen zukünftigen Arbeitgebern. Diese Bewerbungen kann man als Nachweis für das Bemühen um einen Job beim Amt vorlegen, sodass das Arbeitslosengeld im idealen Fall ab der Rückkehr bezahlt wird. Im idealsten Fall hat man natürlich schon seinen Traumjob gefunden und kann diesen nach der Rückkehr antreten :).

Habt ihr schon Erfahrungen mit dem Arbeitsamt sammeln können? Hinterlasst ein Kommentar oder schreibt uns direkt :-)

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